Angekommen. Tagebuch einer Ausgewanderten

Telegramm gibt’s nicht mehr… na und?

Vermisst das jemand? Wann habt ihr das letzte mal ein Telegramm geschickt? Ich kann mich noch gut dran erinnern wie aufregend es war, wenn meine Mutter ein Telegramm annehmen musste und es den Empfängern bringen, da sie sie Posthalterin des Dorfs war. Was drin stand haben wir nie erfahren, das Postgeheimnis war Mama so heilig, dass sie nicht mal dran dachte, die Briefe zu öffnen, die ich von meiner Brieffreundin bekommen habe (wir waren 8 oder so). Ich konnte nur an ihrem Gesicht sehen, ob es eine gute oder schlechte Nachricht war.
Genauso aufregend war es, wenn eins verschickt werden sollte. Telegramme waren teuer und wurden nur in sehr dringenden Fällen verschickt oder wenn nicht telefoniert werden konnte (auch zum telefonieren kamen viele zu uns, wir hatten das erste Telefon im Ort… das kam in den späten Sechzigern, als meine Oma noch die Postfrau war…

Diese guten alten Zeiten, wo alles so schön kuschlig und freundlich war, nostalgisch rosa eingefärbt… ich zitier mal meinen Papa an dieser Stelle „geh mir fort mit der gude alde Zeit, ich geb euch gude alde Zeit. Brauche mehr nimmer, kann fort“

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