Angekommen. Tagebuch einer Ausgewanderten

Mein Weg ins „schlanke ich“

BK 4548-Turkish Stars

In dem Buch „Lords and Ladies“ von Terry Pratchett, den ich sehr liebe, geht es um eine junge, dicke Hexe. Sie schaut sich im Spiegel an und stellt fest, dass sie ein dünnes Mädchen sieht mit ganz viel Schokolade drumrum.  So ungefähr kann man sich vorstellen, was ich gesehen habe, wenn ich (falls ich es nicht vermeiden konnte) in den Spiegel geschaut habe. Aber irgendwann kommt ja der Punkt, da kannst Du Dir Dein Gewicht/Deinen Körper nicht mehr schönreden. So gings mir jedenfalls nach dem hochoffiziellen Besuch beim türkischen Europaminister in Ankara, oder besser, nach dem Besuch und den Bildern in der Zeitung. Eigene Fotos kann man ja immer noch ein bisschen photoshoppen und wenn man sich im Spiegel betrachtet, funktioniert ja das innere Photoshop meistens auch noch ganz gut. Man blendet die Beulen überall doch ziemlich gut aus und denkt sich “ aber was hab ich schöne schlanke Knöchel. Geht nicht, wenn man sich auf Pressefotos sieht. Bei dem Bild Anfang Mai funktionierte das Schönreden noch: „Das Kleid ist schuld, weil der Stoff so überall drüber hing“

 BK 4548-Turkish StarsSCHLUSS JETZT!!!
DAS war dann der Punkt, an dem ich mir sagte „STOPP!!!“ und das auch wirklich so meinte.

Der Stichtag war also der 20. Juni 2014 bei 97,6 kg. Bei 1,69 m macht das einen BMI von knapp 35 und daneben steht das böse Wort „adipös“. Da am 28. Juni aber der diesjährige Fastenmonat begann und ich mir vorgenommen habe, mich dieses Mal möglichst dran zu halten, war die Motivation gleich doppelt. Also offizieller „Diätbeginn“ am 28. Juni.  Nach gut 4 Wochen, am 01.08.2014, waren es dann 92,2 kg. Wenn ich jetzt normal wieder gegessen hätte, hätte wohl der Herr JOJO sofort wieder zugeschlagen, denn nach 4 Wochen Fasten mit nur 2 Mahlzeiten am Tag (morgens Müsli mit Früchten und Joghurt, abends „normales“ Essen unter Vermeidung von Kohlehydraten…) ist der Körper definitiv im Hungermodus. Aber wie kann man das nun ausgleichen, ohne das man zunimmt?

 

„Low Carb, High Fat“
Über Facebook habe ich dann zum ersten Mal von dem Konzept „Low Carb, High Fat“ gehört. Klingt erst mal absurd: Keine Kohlehydrate, viel Fett? Ähm, Fett? Das große böse Fettmonster, das man seit Jahren gelernt hat, zu fürchten und zu vermeiden, wo es geht? Ich gebe offen zu, es hat eine gute Woche und viel Lesen und surfen gebraucht, bis ich mich mit dem Gedanken einigermaßen anfreunden konnte. Ich hatte mich ja schon bei fddb.info angemeldet, weil man da einiges an nützlichen Tools an die Hand bekommt, seine Ernährung zu überwachen.

10517987 10152610206229165 8803690160663671926 nNach einer Woche und sehr mäßigen Ergebnissen hatte ich dann auch festgestellt, dass ich einfach viel zu wenig Kalorien zu mir genommen habe. Meinen errechneten Grundumsatz von 1.600 kcal täglich habe ich kaum einmal geschafft, weil ich mich natürlich hauptsächlich von Obst, Gemüse, magerem Fleisch und ganzganz wenig Fett ernährt habe.Trotz allem, es ging zäh, aber stetig abwärts.

Ich liebe Butter und Sahne, könnte ich PUR essen. Das ist natürlich bei den meisten Diäten ein absolutes No-Go. Leider. Also doch LCHF für mich das richtige Konzept? Einen Wermutstropfen gibt es leider doch: (Nein, nicht der Nudelverzicht, der fällt mir unerwarteterweise überraschend leicht) – auch Obst darf wegen des Fruchtzuckers nur in Maßen verzehrt werden. Ufff. Und das mir, wo ich ja mal eben locker ein KG Wassermelone wegpfeifen konnte (hat ja eigentlich NULL Kalorien), Kirschen, Aprikosen, alles bäh. Na gottseidank ist die Zeit der Kirschen und Aprikosen nun vorbei –  die nächste Herausforderung sind jetzt die Feigen. Nicht diese leer schmeckenden, festen Dinger, die es in Deutschland gibt, sondern die weichen, pappsüßen und knatschigen Früchte, die man hier auf dem Basar bekommt. Diese haben dann wahrscheinlich noch mal doppelt so viel Zucker.

Es geht ja alles, man muss es eben nur einteilen. Ich gehöre ja auch nicht so zu den fanatischen LCHF`lern, die weder Ausrutscher noch gelegentliche Obstorgien gutheissen. Obst ist nun mal meine Schokolade – und ich kann nicht ohne. Auch nicht wirklich mit wenig.

Trotzdem fühle ich mich mit dem Konzept gut und seit dem Bild vom 06.08. ist nochmal ein kg weniger. Ein paar Tipps und Kniffe werden hier noch kommen….

 

 

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