Angekommen. Tagebuch einer Ausgewanderten

Wieso Schuhe mich zum Weinen bringen.

SchwarzDas Bild geht um die Welt – ich bringe es dennoch nicht über mich, es zu teilen… auch nicht verfremdet.
Seit Tagen verfolgt mich dieses Foto, weitaus mehr als alle anderen, die immer wieder auf Facebook geteilt werden. Das Foto von dem kleinen syrischen Jungen im roten T-Shirt und der blauen Short, dessen Namen wir inzwischen kennen: Aylan Kurdi heisst er. Er durfte nur 2 oder 3 Jahre alt werden, so genau weiss ich das nicht.
Was mir auf der Seele am meisten brennt: wie furchtbar müssen die Zustände dort sein, dass sich eine Mutter mit einem kleinen Kind auf so eine gefahrvolle Reise begibt? Dann kommen wir auf die Schuhe: sie sind neu, nicht abgelaufen, scheinen gute SChuhe gewesen zu sein. Es sind vielleicht die vielzitierten Markenschuhe, die braune Vollidioten in Deutschland als untrüglichen Beweis werten dafür, dass es sich um „Wirtschaftsflüchtlinge“ handeln muss.
Für mich ist es ein anderes Zeichen – eines, dass das Leben in Syrien auch für normale Menschen, Eltern wie Du und ich – unerträglich geworden sein muss. Der Junge liegt am Strand von Bodrum, als ob er schliefe. Als könnte er gleich aufspringen und eine Sandburg bauen.

Das sollten Kinder wie Aylan Kurdi an einem Strand tun… Sandburgen bauen. Nicht sterben.

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