Angekommen. Tagebuch einer Ausgewanderten

Lange nichts geschrieben….

Habe ich wirklich fast 2 Monate keinen Blogeintrag verfasst? Unglaublich. Nun gut, das hat aber einen Grund… fast 2 Monate hat die Abnahme gestoppt – ich war an dem Punkt angekommen, wo der Körper wohl „umprogrammiert“ werden und einen neuen Setpoint setzen muss. Seit zwei, drei Wochen habe ich diesen Punkt überwunden und es geht zäh und langsam, aber stetig wieder abwärts. Im Moment sind es ziemlich genau 13 Kilo, also etwa Halbzeit. Interessanterweise ist es aber an Zentimetern gerade bei meiner Schwachstelle – Beine und Hintern – in Verhältnis viel mehr als da, wo ich ohnehin wenig Fett hatte…. ganze 16 cm um die Hüfte, aber „nur“ 4 cm an der Taille. Für mich auch ein Grund,warum ich – teilweise eher verbissen als motiviert, das gebe ich zu – nicht wieder in die alte Gewohnheit „ist doch eh egal, gib noch ein Stück Kuchen“ verfallen bin.

Der Feind jeder Abnahme – der körpereigene Setpoint
Der Setpoint ist die Kilozahl, die unser Gehirn als Idealgewicht ein“programmiert“ hat – und hat mit dem tatsächlichen gesunden Idealgewicht gar nichts zu tun. Wer jahrelange Diäten hinter sich hat, hat ja meistens mit dem „jojo-Effekt“ zu kämpfen, der sich unweigerlich einstellt, wenn man den Versprechungen der bunten Friseurtisch-Magazine glaubt „5 kg in 2 Wochen mit der Nudeldiät“ „Schlank mit Fasten“ „Die magische Kohlsuppe“ etcetera pp. Alles Diäten, die nur einen Effekt haben: der Körper wähnt sich mit Gewicht XX kg in einer Hungersnot und programmiert ein neues Zielgewicht von XX Kilo plus XX Kilo an. Mit der Low Carb Diät, die fett- und eiweissbasiert ist, wird der Körper ja quasi „überlistet“ indem man ihm die schnell zu verarbeitenden Kohlehydrate vorenthält, aber nicht die Kalorien, die er zum Leben braucht.

Darben und Verzichten für alle Zeiten??
Ich denke, als allererstes muss man sich von der Vorstellung freimachen, dass eine Gewichtsabnahme, wie ich sie anstrebe – etwa 25 – 30 Kilo – in ein paar Monaten zu schaffen ist und man dann ein Ende der „Qual“ sieht. Man muss sich aber auch von den Sprüchen der Ernährungsfanatiker frei machen… dass dieses und jenes ab sofort und für alle Zeiten VERBOTEN und BÖSE ist. Von einem Stück Sahnetorte wird man nicht aus dem „Abnehmparadies“ verbannt! Das heisst natürlich nicht, dass man nach dem Stück Sahnetorte noch eine Tafel Schokolade, 3 Löffel Nutella und dann noch ein Stück Sahnetorte essen kann… und natürlich nicht in der ersten Zeit. 3-4 Monate muss man schon konsequent sein, um aus der Zucker – Heisshunger – mehr Zucker – Spirale rauszukommen. Gegen ein Stück Kuchen, eine Portion Sushi oder mal was Süßes ist nichts einzuwenden, wenn man diese bewusst geniesst und auch kein schlechtes Gewissen hat. Nach einiger Zeit Low Carb bekommt man auch wieder ein ganz anderes Gefühl für den eigenen Körper und weiss sehr gut, was man sich erlauben darf und was besser nicht.

Und so wird ein leckeres Kuchenstück, eine süße Banane, eine Portion Sushi zu einem Hocgenuss, den man dann auch geniessen sollte… andererseits – wenn da ein Kuchen vor mir steht, von dem ich weiss, dass er sowieso nicht wirklich schmeckt (Kuchen aus der türkischen Pastane, sehen toll aus, haben aber mit Naturkost ungefähr soviel zu tun wie eine Plastikrose mit einem Garten)….

Keine Diät funktioniert, wenn der Genuss zu kurz kommt – und wenn man auf Biegen und Brechen schnell viele Kilos verlieren will….

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